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„Wage es, die Wahrheit zu sagen”

Benennung des Forums der IJBS zu Ehren von Władysław Bartoszewski
scena

Am 1. Juni 2015 fand im Forum der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim eine Namensgebungszeremonie zu Ehren von Władysław Bartoszewski statt. Zu den zahlreichen Gästen gehörten die Präsidentin des Internationalen Auschwitz Rats – Prof. Barbara Engelking, die Mitglieder des Rates, unter Ihnen die Auschwitz-Überlebenden Halina Birenbaum, Marian Turski, Roman Kent und Kazimierz Albin, die Vize-Konsulin der BRD in Krakau Isolde Felskau, der Bürgermeister der Stadt Oświęcim Janusz Chwierut und Mitglieder des Vorstands der IJBS. Die Veranstaltung wurde moderiert von Leszek Szuster, Direktor der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim.

„Wenn es eine Maßeinheit für Anstand gäbe – dann wär es ein Bartoszewski.“ Sagte Marian Turski. Er zitierte den Professor: „ Es lohnt sich anständig zu sein, aber es rentiert sich nicht. Unanständig zu sein rentiert sich zwar, jedoch lohnt es sich nicht.“ Er paraphrasierte den Gedanken von Horatio: „Wage es, weise zu sein“ in Bezug auf Władysław Bartoszewski „Wage es, die Wahrheit zu sagen“. „Władysław Bartoszewski redete viel und er hatte immer etwas Neues zu erzählen, aber ein Thema kam immer wieder auf. Seine Beichten und Gespräche mit Priester Zieja der zu ihm sagte: „Wenn Gott dafür gesorgt hat dass du Auschwitz überlebt hast, ist es deine Pflicht die Wahrheit zu sagen.“ Möglicherweise sollten genau diese Geschichte die jungen Menschen erfahren die diesen Ort und die IJBS besuchen.“

Der Direktor des Staatlichen Museums Auschwitz Birkenau Piotr Cywiński bemerkte – „es ist unmöglich in wenigen Worten eine Person zu beschreiben die - abgesehen von einem großen Gedächtnis, welches er mit sich trug und es mit anderen Menschen teilen konnte, abgesehen von seinem großen Tatendrang, die Fähigkeit hatte eine Dialog zu führen ohne dass der Generationsunterschied bemerkbar wurde.“ Er erinnerte sich an Veranstaltungen mit dem Professor in der Universität in Warschau wo Menschenmassen kamen.„Es gab keine Altersbarriere zwischen ihm und den jungen Leuten. An einem Ort wie der IJBS ist dies sehr wichtig.“ Er betonte: „Die Maximen die der Professor immer wiederholte: „sei Realist, fordere immer das Unmögliche.” und „lasst uns tun, was wir können und was wir nicht tun können werden wir sowieso angehen.” „Diese Gedanken von Bartoszewski spiegeln auch die Erfahrungen der IJBS wieder. Deshalb bin ich so froh über diese Initiative und möchte der IJBS dafür danken.“

„Warum sind wir so traurig? Immerhin war er ein älterer Herr und verstarb friedlich?“ – fragte Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees und Mitorganisator der Veranstaltung. „Warum sind wir besorgt? Weil da etwas ist wovor wir Angst haben. Polen und Europa ohne Professor Bartoszewski. Können wir etwas besser machen? Alles was wir machen können ist seine Arbeit fort zu führen. Wir dachten dass es im heutigen Europa gut sei, einen Ort zu haben der seinen Namen trägt. Zu den vielen Verdiensten gegenüber Deutschen zählte – er war Realist, er mochte Menschen, er mochte junge Menschen und er hoffte dass sie eine gute Zukunft haben werden.“

Es war eine symbolische Geste, dass das Schild von Alina und Marcin enthüllt wurde, Auszubildende der Volkswagen AG aus Wolfsburg, Hannover und Posen die zu einer Bildungsmaßnahme in der IJBS zu Gast sind. Zu den Gästen zählten auch Schüler der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule in Saerbeck. Für die musikalische Begleitung sorgten die Schülerinnen Aleksandra Szkuta, Weronika Lisowska von der Staatlichen Musikschule Oświęcim und ihrer Lehrerin Anna Kubisz-Muła.

„Wir versprechen Ihnen, dass der Geist vom Professor bei jedem Treffen in diesem Raum anwesend sein wird.“ Sagte Leszek Szuster zum Ende der Veranstaltung. „Die Haltung von Władysław Bartoszewski kann jungen Generationen den Weg zeigen, deshalb wollten wir, mit einer symbolischen Geste, sein Erbe mit dem Straßenschild in unserem Garten ehren, das den Weg zu dem Saal weist, der seinen Namen trägt.“

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Zur Verfügung unserer Gäste stehen drei großzügig angelegte Wohnpavillons mit 100 Übernachtungsplätzen in Zwei-, Drei-, Vier- und Fünfbettzimmern.

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