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Poesie-Salon

59. Krakauer Poesie-Salon

Am 20.03.2016 fand in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim der 59. Krakauer Poesie-Salon unter dem Titel „Dichter – Wächter der Schlafenden” statt. Der am 21. März gefeierte Welttag der Poesie machte den Abend zu einem besonderen Event.

Zur Ehrung des Feiertages der Poesie richteten wir als Salonveranstalter einen Brief an die Großen dieser Welt, an anerkannte Autoritäten – Leiter von wichtigen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen, an ehemalige Häftlinge sowie Politiker mit der Bitte, uns ihre Lieblingsgedichte zukommen zu lassen und „sich mit uns an einem Ort zu vereinigen, an dem Worte einst ausgeschöpft und aus diesem Grund heute hier so nötig sind“. Unserer Einladung folgten u.a. Andrzej Seweryn, Anna Dymna, Agata Buzek, Jurek Owsiak, Dorota Segda, Anna Polony, Ewa Kaim, Zofia Posmysz, Andrzej Duda, Jerzy Buzek, Adam Michnik, Roman Kent, Marian Turski, Aleksander Kwaśniewski, Rafał Dutkiewicz, Christoph Heubner und Irina Bokova.

Die zugesandten Gedichte wurden von Marta Romanowska, Jacek Romanowski, dem Schauspieler vom Alten Helena-Modrzejewska-Nationaltheater in Krakau, sowie Agnieszka Bielecka und Filip Jasik, den Studenten des 4. Jahres der Staatlichen Theaterhochschule Krakau präsentiert. Für den musikalischen Rahmen sorgten Weronika Lisowska (Geige), Filip Starzyński (Akkordeon), Eryk Żużałek (Gitarre) – Schüler der Staatlichen Karol-Szymanowski-Musikschule in Oświęcim und Anna Kubisz-Muła (Klavierbegleitung).

Die außergewöhnliche Atmosphäre des Abends wurde durch die Worte von Zofia Posmysz abgerundet, die ihre Lieblingsgedichte, u.a. „Herrn Cogitos Vermächtnis” [Przesłanie Pana Cogito] von Zbigniew Herbert, „Zünde mir die Lampe nicht an” [Nie zapalaj mi lampy] von Arnold Słucki, „Zur Auferstehungszeit“ [W czas zmartwychwstania] und „Abreise“ [Odjazd] von Bolesław Leśmian, „Du hast mich geliebt, aber nicht wie man soll“ [Tyś mnie kochała, ale nie tak jak kochać trzeba] von Władysław Broniewski, dem Publikum präsentierte, wobei sie die Rezitation mit der Erzählung von ihrer Vorliebe für Poesie abwechselte und auf die Bedeutung des dichterischen Wortes in der schwierigen Zeit während des Aufenthaltes im KZ Auschwitz hinwies: Die Momente, wenn wir Gedichte unter Freundinnen ausgetauscht haben […], waren ganz seltene Momente, aber diese konnten uns daran erinnern, dass wir die Menschlichkeit noch nicht verloren haben, dass wir noch nicht vollkommen zu Nummern geworden sind. Eine symbolische Klammer, die diesen einzigartigen Abend zusammenheftete, war der spontane Auftritt der 11-jährigen Wiktoria Lisak, die das Gedicht von Ludwik Jerzy Kern „In einem dunklen Zimmer“ [W ciemnym pokoju] bravourös präsentierte. Auf unsere Einladung zu dem Abend antwortete auch Maria Anna Potocka, die Direktorin des Museums für Zeitgenössische Kunst, die das Gedicht von Adam Zagajewski vorlas. Auch das Publikum des Salons hatte die Möglichkeit, das Wort zu ehren und seine Lieblingswerke zu präsentieren. So konnten wir das Gedicht von Wisława Szymborska „Die Pfütze“ [Kałuża] hören. Dieser dichterische „Hydepark“ schloss den ungewöhnlichen Abend ab, der unvergessliche Eindrücke für rund 150 Zuschauer verschaffte.

Hotel Services

Zur Verfügung unserer Gäste stehen drei großzügig angelegte Wohnpavillons mit 100 Übernachtungsplätzen in Zwei-, Drei-, Vier- und Fünfbettzimmern.

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