Aktuelles

Erinnerung an Auschwitz und den Holocaust

Zusammenfassung des Seminars für StudentInnen aus Rostock und Krakau

An dem zweiten Teil des deutsch-polnischen Seminars, das von der IJBS in Zusammenarbeit mit der Europäischen Akademie in Waren/Deutschland, der Pädagogischen Universität in Krakau und der Universität in Rostock veranstaltet wurde, nahmen 20 StudenInnen der Geschichte mit der Spezialisierung Lehramt und Archivistik teil.

Vor dem Seminar bearbeiteten die Studierenden in den Arbeitsgruppen folgende Themen: Planung und Durchführung des Holocaust in Europa, Nachkriegsprozesse gegen die NS-Verbrecher, Biographien der TäterInnen und der Opfer, Völkermord in der Gegenwart: Fall Srebrenica vor dem Hintergrund der Genese und des Verlaufs des Krieges im ehemaligen Jugoslawien 1991-1995

Neben den Vorträgen besuchten die StudentInnen das Gelände der ehemaligen Lager Auschwitz I und Birkenau

-Die wertvollste Erfahrung für die SeminarteilnehmerInnen, was sie in der Auswertungsrunde betonten, war die Begegnung und das Gespräch mit dem Zeitzeugen, Ariel Yahalomi. Er teilte mit den StudentInnen seine Erinnerungen und Erlebnisse aus dem Aufenthalt in den Arbeitslagern für Juden im III. Reich, aus dem Ghetto in Zawiercie, von wo er mit den Eltern im August 1943 im Rahmen der Aussiedlungsaktion nach Birkenau deportiert wurde sowie aus den Konzentrationslagern Fünfteichen, Gross Rosen, Buchenwald, Nordhausen und Bergen-Belsen – betont Elżbieta Pasternak, die das Programm seitens der IJBS leitete. - Die Studierenden suchten Antworten nicht nur auf historische oder politische Fragestellungen bezüglich der Genese und Durchführung des Holocaust, sondern auch auf die Fragen moralischer Natur, die das Problem der Gerechtigkeit, der Versöhnung und der gegenwärtigen deutsch-polnisch-israelischen Beziehungen berührten.

Das Seminar wurde durch einen Aufenthalt in Krakau, mit der gemeinsamen Besichtigung der Altstadt und des jüdischen Viertels Kazimierz, die von den StudentInnen der Pädagogischen Universität in Krakau vorbereitet wurden, beendet. Die nächste Projektedition findet 2013 statt.

Das Projekt wurde vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk und von der Landeszentrale für Politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern finanziert.

  • Ariel Yahalomi

    Ariel Yahalomi … Artur Dimant, Sohn von Leon Dimant und Sara Federman, geboren in Zawiercie am 26. Oktober 1923. In den 1930-er Jahren wohnte er in Sosnowiec (Sosnowitz), wo er Schüler eines jüdischen Gymnasiums namens Liberman bis Anfang des 2. Weltkrieges war. 1940 wurde er mit einem der ersten Transporte in das Arbeitslager R.A.B. (Reichsautobahnlager) deportiert. Nach einer Verletzung wurde er im Jahr 1942 im Ghetto Zawiercie interniert, wo er bis zur Liquidierung des Ghettos im August 1943 arbeitete. Seine erste Erfahrung der Konzentrationslager war das KL Auschwitz, dann war er Häftling in Fünfteichen, Gross Rosen, Buchenwald, Nordhausen und bis zur Befreiung am 15. April 1945 in Bergen-Belsen. Die Eltern, Leon und Sara, sind in Birkenau 1943 ums Leben gekommen. Im Sommer 1945 ist es ihm gelungen nach Belgien zu gelangen, wo er sich aktiv an der Jugendbewegung DROR beteiligte. Er arbeitete mit der Organisation für illegale Emigration nach Palästina zusammen und mit einer solchen Gruppe kam er nach Haifa im Mai 1946.

    Ariel Yahalomi knüpfte wieder Kontakt mit Polen 1983, als er beauftragt wurde, die Veranstaltungen zum 40. Jahrestag des Aufstandes im Warschauer Ghetto mit der Teilnahme der Delegation aus Israel zu organisieren. Dies war der Anfang touristischer Reisen aus Israel nach Polen und Ariel war einer der ersten. Er war auch die Person, die 1988 den ersten Marsch der Lebenden, sowie die Teilnahme der ersten Jugendgruppen organisiert hat. Ariel ist bis heute in den jüdischen Organisationen wie Vereinigung der Juden aus Zagłębie, Vereinigung der ehemaligen Häftlinge von Bergen-Belsen und in der Weltföderation der Polnischen Juden in Israel aktiv.

    Quelle: Przeżyłem, Ariel Yahalomi, Będzin, 2006

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