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Don’t forget and don’t repeat

Der Gegenwartsbezug in der Bildungsarbeit an Gedenkstätten

57. bundesweites Gedenkstättenseminar
Don’t forget and don’t repeat

An dem Seminar, das in Berlin vom 14. bis zum 17.06.2012 stattfand, nahmen über hundert TeilnehmerInnen teil, darunter die Vertreterinnen von der IJBS Oświęcim/Auschwitz: Olga Onyszkiewicz, Elżbieta Pasternak und Judith Höhne (Aktion Sühnezeichen Friedensdienste). Die Seminarorganisatoren waren: Topographie des Terrors, Haus der Wannsee - Konferenz, Bundeszentrale für politische Bildung in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Gedenkstättenpädagogik.

Das Seminar eröffnete der Dokumentarfilm Erinnern, aber wie?, in dem aus der Perspektive der jungen Menschen und der Experten aus dem Gebiet der Gedenkstättenpädagogik die aktuellen Herausforderungen und Dilemmata, vor denen die Gedenkstätten stehen, dargestellt wurden. Einerseits ist ihre Rolle das Gedenken und die Vermittlung des Wissens über die Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust, andererseits die Dekonstruktion der tradierten und oft mythologisierten Bilder, Bildung von Gegenwartsbezügen und neuen Erzählmethoden, die den Zielgruppen, vor dem Hintergrund ihrer Herkunft (nationale, ethnische, kulturelle), sozialem Status und gender entsprechen. Diese Problematik wurde in dem ersten Vortrag von Prof. Dr. Michele Barricelli von der Leibniz Universität in Hannover besprochen, wo er betonte, dass eine von den am häufigsten formulierten Besuchererwartungen gegenüber den Gedenkstätten die Empathie zu dem Ort und den Opfern ist.

Die französische und holländische Perspektive brachten den TeilnehmerInnen dr Dominique Trimbur (Fondation pour la Memoire de la Shoah Paris) und Karen Polak (Anne Frank Stiftung Amsterdam) näher. Der zweite Konferenztag hatte einen praktischen Charakter und beruhte auf der Arbeit in vier Gruppen zu folgenden Themen: Geschichtsbilder und Geschichtsvermittlung – Wie können Gedenkstätten auf die Erwartungen und Bedürfnisse von Schule und Universität reagieren?; Rassismus und Antisemitismus – Was können Gedenkstätten zur Prävention leisten?; Menschenrechtsbildung an Gedenkstätten – ein sinnvoller Gegenwartsbezug?; Möglichkeiten und Grenzen der Thematisierung von Gegenwartsbezügen an historischen Orten am Beispiel der Ausstellung in der Stiftung Topographie des Terrors.

Die Schlussfolgerungen aus der Gruppenarbeit wurden am nächsten Tag bei der Podiumsdiskussion präsentiert. Den Bericht von der Arbeit der dritten Gruppe stellte Elżbieta Pasternak vor, die aktuell in der IJBS ein Jugendprojekt zur Menschenrechtsbildung über historisches Lernen realisiert. Unter den Diskutanten, die Stellung zu dem Fazit der einzelnen Arbeitsgruppen bezogen, waren: dr Dominique Trimbur (Fankreich), Gottfried Kößler (Deutschland), Karen Polak (Holland), Olga Onyszkiewicz (IJBS Oświęcim/Auschwitz, Polen).

Die am kontroversten diskutierte Frage, war die nach der Rolle von authentischen, historischen Orten in modernen Bildungsformaten, wo ein wesentliches Element der Gegenwartsbezug, wie z.B. Menschenrechte, ist.

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