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Eröffnung der Ausstellung

der Gemälde von Käthe Loewenthal

Otwarcie wystawy

Am 3. August 2012 wurde in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim/Auschwitz die Ausstellung der Gemälde von Käthe Loewenthal eröffnet. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Verein Lebenswerk Käthe Loewenthal e. V. und der Stiftung Judaica – Zentrum der Jüdischen Kultur in Krakau präsentiert. Prof. Wolf Ritscher war der Guide durch die Ausstellung.

Käthe Loewenthal (1878-1942) war die älteste von fünf Töchtern von Professor Wilhelm Loewenthal und Clara Loewenthal. Sie ist in Berlin geboren, jedoch wegen des Berufes ihres Vaters, der Universitätsprofessor war, wechselte sie gemeinsam mit der Familie ihren Wohnort sehr oft (Genf, Lausanne, Paris, Belgrano, Bern).

Ihre Begabung als Malerin war schon früh offenkundig, und wurde vom Vater auch gefördert. So konnte sie sich nach Abschluss der höheren Schule 1895 ganz ihrer Ausbildung zur Malerin widmen und schaffte es, seit dieser Zeit, vom Verkauf ihrer Bilder zu leben. Sie lebte von 1904 bis 1909 in München, bis 1914 in Tübingen und dann bis zu ihrer Deportation 1942 in Stuttgart – sagt Prof. Wolf Ritscher, der mit Käthe familiär verwandt ist. - Dort entwickelte sie sich zu einer weit über die regionalen Grenzen bekannten Künstlerin. Die Sommermonate verbrachte sie meistens im Berner Oberland und auf Hiddensee, wo ihre Schwester Susanne seit 1912 ein altes Fischerhaus besaß.

Käthe war Mitglied des Hiddenseer Künstlerinnenbundes und stellte auch in der von Hanni Lehmann gegründeten Blauen Scheune aus. Ebenfalls war sie Mitglied des Württembergischen Malerinnenvereins. Sie studierte bei Ferdinand Hodler in der Schweiz, Leo v. König in Paris und Berlin und Adolf Hölzel in Stuttgart. – Ihre Eigenwilligkeit ermöglichte ihr, über die Lehrer hinaus einen ganz eigenen Stil zu entwickeln. Kunsthistorisch ist er unter dem Begriff „expressiver Realismus“ zu verorten. Bei Leo v. König entwickelte sie sich zu einer durchaus gefragten Porträtmalerin, wodurch sie auch einen großen Teil ihres Lebensunterhaltes als freischaffende Künstlerin verdiente - berichtet Prof. Ritscher.

1941 musste die Künstlerin die Wohnung in Stuttgart verlassen und wurde in dem Lager Göppingen interniert, woher sie dann ins Lager Izbica deportiert wurde. 1942 ist sie ums Leben gekommen.

Als Käthe Loewenthal 1941 ihre Wohnung verlassen und in eine „Judenwohnung“ in Stuttgart-Kaltental umziehen muss, übergibt sie eine Mappe mit ca. 250 Zeichnungen, Pastellen, Aquarellen, Gedichten und Briefen dem 11jährigen Sohn ihrer ehemaligen Haushaltshilfe Marie Nothdurft, die sie auch nach dem von den Nazis erzwungenen Ende des Beschäftigungsverhältnisses weiter besuchte und mit Lebensmitteln versorgte. (Menschlichkeit, so sieht man hier, ist nicht an gesellschaftliche Klassen oder akademische Würden gebunden.) Als Dank dafür übereignete ihr die Künstlerin u. a. das Ölbild „Rote Blumen“, welches in dieser Ausstellung zu sehen ist. Walter, ihr Sohn, brachte diese Mappe, die als Käthe Loewenthals künstlerisches Vermächtnis gelten kann, zu der befreundeten Künstlerfamilie Donndorf, die sie bis zur Befreiung bei sich versteckte und danach der einzig überlebenden Schwester Susanne Ritscher übergab.

In den siebziger Jahren entschloss sich dann Susanne Ritschers Tochter, Ingeborg Leuchs, Käthe Loewenthal als Künstlerin der „verschollenen Generation“ (Rainer Zimmermann) der Öffentlichen wieder in Erinnerung zu rufen. Und so beginnt mit der ersten Ausstellung 1976 in der Staatsgalerie Stuttgart eine langwierige Archäologie ihrer Kunst, von der inzwischen achtzehn Ausstellungen, drei Bücher, diverse Fachartikel und eine Vielzahl von Zeitungsberichten zeugen.

Ich habe mich bemüht, den Namen und das Werk meiner Tante der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen, nicht nur für meine Tante sondern auch zur Erinnerung an alle Menschen, die unter der nationalsozialistischen Diktatur - aus welchen Gründen auch immer – so entsetzlich gelitten haben - sagte Ingeborg Leuchs anlässlich einer Ausstellungseröffnung 6.10.1993 im Verborgenen Museum in Berlin.

Im Januar 2012 wurden die Gemälde von Käthe Loewenthal im Zentrum der Jüdischen Kultur in Krakau präsentiert. In der IJBS kann die Ausstellung bis zum 31. August 2012 besucht werden.

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