INTERNATIONALES SOMMERLAGER

DER AKTION SÜHNEZEICHEN FRIEDENSDIENSTE IN DER IJBS OŚWIĘCIM/AUSCHWITZ
Termin:
06.08.-20.08.2016, IJBS Oświęcim/Auschwitz
Organisation:
IJBS Oświęcim/Auschwitz, Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Berlin, Gedenkstätte Topf&Söhne in Erfurt
Info:
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Internationales Sommerlager der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in der IJBS Oświęcim/ Auschwitz

Die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste veranstaltet jährlich ca. 25 internationale Sommerlager für Teilnehmende aus verschiedenen Ländern. Die Teilnehmenden wohnen, lernen und arbeiten gemeinsam über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen. Ein wichtiger Teil in den Projekten sind die Pflege- und Erhaltungsarbeiten auf jüdischen Friedhöfen in Ost- und Mitteleuropa, die Arbeit in Gedenkstätten, die sich an den Orten ehemaliger Konzentrationslager befinden, die Arbeit in unterschiedlich ausgerichteten sozialen Einrichtungen sowie die gemeinsame Freizeitgestaltung oder die Arbeit mit Menschen mit Behinderung.

Das Sommerlager in der IJBS, das gemeinsam von der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Berlin, dem Erinnerungsort Topf&Söhne in Erfurt und der Internationalen Jugendbegegnungsstätte organisiert wurde, fand vom 06.-13.08.2016 statt. Die Teilnehmenden im Alter von 16-20 Jahren kamen aus Deutschland und Polen. Das internationale Projekt hatte zum Ziel, dass die Teilnehmenden das Schicksal der jüdischen Gemeinde in Oświęcim und die Geschichte von Auschwitz kennen lernen können, die Arbeit am Youth Web Dialog sowie die Ausführung von Erhaltungsarbeiten auf dem jüdischen Friedhof in Oświęcim gemeinsam mit den Teilnehmenden der Matzevah-Stiftung aus den USA und den Studierenden der Staffordshire University.

In der ersten Woche des zweiwöchigen Projektes beschäftigten sich die Teilnehmenden des Sommerlagers zunächst mit der jüdischen Stadtgeschichte von Oświęcim und lernten im Rahmen von Führungen und Workshops das Jüdische Zentrum und den jüdischen Friedhof von Oświęcim kennen, bevor sie sich intensiv mit dem Holocaust und besonders der Geschichte von Auschwitz während der Studienführung und einem Workshop in der Gedenkstätte auseinandersetzten.

Gleichzeitig begannen sie auch die Arbeit am Youth Web Dialog, der vom Erinnerungsort Topf&Söhne im Zusammenhang mit der Wanderausstellung "Industrie und Holocaust", die im März 2017 in der Gedenkstätte Auschwitz eröffnet wird, initiiert wurde. Dazu beschäftigten sich die Teilnehmenden zunächst inhaltlich mit der historischen Mittäterschaft von Topf & Söhne in Auschwitz und reflektierten über die Verantwortung nicht nur der unmittelbaren Mörder im Vernichtungslager, sondern auch ihrer Mittäter in der deutschen Gesellschaft. In der Auseinandersetzung mit der Geschichte fanden die Teilnehmenden ihre selbstbestimmte Form der Auseinandersetzung mit der historischen Verantwortung der Täter und Mittäter und ihre eigene Haltung und Konsequenz für die aktuellen Fragen nach Verantwortung heute. In Form von selbstgewählten und selbsterstellten Beiträgen (Texte, Videos, Fotos etc.) für den Web-Dialog, setzten sie sich mit historischen und aktuellen Fragen auseinander.

Sie thematisierten vier Fragen:
1 Was bedeutet der Holocaust für dich?
2 Was bedeutet für dich das Handeln von Topf & Söhne?
3 Welche Konsequenzen ziehst du für dich persönlich aus der Auseinandersetzung mit dem Holocaust?
4 Welche Konsequenzen sollen wir als Gesellschaft für eine gemeinsame Zukunft ziehen?

Die Ergebnisse dieser Arbeit sind in Kürze auf der Internetseite des Erinnerungsortes Topf&Söhne abrufbar: http://www.topfundsoehne.de

In der zweiten Projektwoche führten sie Erhaltungs- und Pflegearbeiten auf dem jüdischen Friedhof gemeinsam mit Teilnehmenden der Matzevah-Stiftung und der Staffordshire University durch. Sie legten die Wege frei, säuberten Grabsteine, beseitigten Unkraut und Gestrüpp und setzten in der Umgebung von Oświęcim gefundene Grabsteine in spezielle Fassungen auf dem Friedhof ein. Die Teilnehmenden betrachteten ihre Arbeit als aktiven Beitrag zur Erinnerung. Mit ihrem Engagement erinnern sie an die Menschen, die auf den Friedhöfen ruhen, und an diejenigen, die die Gräber ihrer Angehörigen nicht mehr pflegen können, weil sie von den Nationalsozialisten vertrieben oder ermordet wurden. Darüber hinaus wollten die Teilnehmenden des Sommerlagers mit ihrer Arbeit ein aktives Zeichen gegen Judenfeindschaft und Rassismus setzen.

Die Begegnung wurde finanziell von der F.C. Flick Stiftung – gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz unterstützt.

Koordination der Begegnung: Judith Hoehne-Krawczyk / IJBS Oświęcim/Auschwitz, Verena Bunkus / Erinnerungsort Topf&Söhne in Erfurt, Rebekka Schubert / Erinnerungsort Topf&Söhne in Erfurt, Christine Bischatka / Aktion Sühnezeichen Friedensdienste

Fot. MDSM

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