GEDENKSTÄTTENSEMINAR

FÜR FREIWILLIGE DER AKTION SÜHNEZEICHEN FRIEDENSDIENSTE IM INTERNATIONALEN DEUTSCHLANDPROGRAMM
Termin:
05.06.-11.06.2016, IJBS Oświęcim/Auschwitz, Krakau
Organisation:
IJBS Oświęcim/Auschwitz, Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Berlin
Info:
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Seminar für die internationalen Freiwilligen der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste

Auschwitz ist für Menschen weltweit das Symbol für die Vernichtung der europäischen Juden, ein Verbrechen unvorstellbaren Ausmaßes. Nicht vielen wird aber bewusst sein, dass Auschwitz auch der Ort ist, an dem die verschiedenen europäischen und außereuropäischen Erinnerungskulturen aufeinandertreffen, ein Ort, der für viele Gruppen besonders wichtig ist, nicht nur die nationalen. Oft wird, wie wir die komplexe Geschichte von Auschwitz verstehen, beeinflusst von der Sozialisation in einem bestimmten Land, dem sprachlichen und ethnischem Umfeld, von dem, was wir in der Schule lernen, von dem, was wir in unserer Jugend in den Schulbüchern lesen, aber auch von der eigenen Biographie und von den Geschichten aus der Familie.

Dies alles führt dazu, dass Auschwitz ein Ort ist, der nicht immer das Gleiche bedeutet. Die vielschichtige Symbolik von Auschwitz stand im Zentrum der Diskussionen der Jugendlichen aus Polen, Israel, Deutschland, Russland, den USA und Rumänien, die Anfang Juni in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim (IJBS) an einem einwöchigen Seminar teilnahmen. Alle Teilnehmer_innen des Seminars sind Freiwillige des einjährigen Freiwilligenprogramms der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) und leben seit September 2016 in Deutschland, wo sie in Gedenkstätten, Museen und in Projekten zur Unterstützung benachteiligter Menschen und Minderheiten arbeiten.

Während des Aufenthalts in Oświęcim konnten die Freiwilligen ihr Wissen über den Nationalsozialismus vertiefen und insbesondere etwas über die Geschichte von Auschwitz-Birkenau und die Stadt selbst lernen, die als eine „deutsche Musterstadt im Osten“ zum Objekt der aggressiven Germanisierungspolitik wurde. Obwohl viele der Freiwilligen sich jeden Tag mit historischer Bildung beschäftigen, waren sie manchmal überrascht, wie viele verschiedene Schichten der Geschichte in Oświęcim sich überlappen. Dank der Führung durch die Stadt mit den deutschen Freiwilligen der IJBS konnten die Seminarteilnehmer_innen erfahren, dass Auschwitz eine Stadt mit mehr als 800-jähriger Geschichte ist, die nicht im Jahr 1945 endete. Bei einem Besuch im Auschwitz Jewish Center lernten sie, dass Oświęcim oder Oshpitzin, wie die Stadt in Jiddisch genannt wurde, auch ein Ort mit einer reichen jüdischen Geschichte war, in der vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, Juden mehr als die Hälfte der Bevölkerung der Stadt ausmachten.

Der Besuch des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau initiierte eine intensive Debatte darüber, welche Funktionen die Gedenkstätte heute erfüllt. Für einige der Teilnehmer_innen ist das Museum in erster Linie ein Ort der Erinnerung an die Opfer, ein Friedhof, der oft von den Nachkommen derer besucht wird, die in Auschwitz ermordet wurden. Für andere ist Auschwitz eine Warnung der Geschichte, die jederzeit wieder passieren könnte, aber auch ein Ort der Bildung, der die Vielzahl der Erinnerungen an den Krieg und den Holocaust berücksichtigen sollte. Am Ende des Seminars stellten sich die Teilnehmer_innen selbst die Fragen: Warum wollte ich hierher kommen? Was bedeutet Auschwitz wirklich für mich? Und oft waren sie selbst von ihren Antworten überrascht.

Das Projekt wurde durch das Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und IBB gGmbH unterstützt.

Autor: Aleksandra Janowska

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