GESICHTER DER STADT

– FACETTEN DER ERINNERUNG
DEUTSCH-POLNISCHES FOTOGRAFIESEMINAR
Termin:
26.11-02.12.2016, IJBS Oświęcim/Auschwitz
Organisation:
IJBS Oświęcim/Auschwitz, Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Berlin, Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau in Oświęcim
Info:
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„GESICHTER DER STADT”
Deutsch-polnisches Fotografieseminar in der IJBS

Seit vielen Jahren werden in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Fotoworkshops organisiert. Im Jubiläumsjahr fand das deutsch-polnische Fotografieseminar „Gesichter der Stadt – Facetten der Erinnerung“ im Zeitraum 26.11.-02.12.2016 statt.

Die Gesichter der Stadt sowie die Facetten der Erinnerung versuchten die jungen Deutschen und Polen gemeinsam im Rahmen der Begegnung durch die Konfrontation mit dem Ort und die fotografische Arbeit aufzudecken. Entstanden sind dabei Bilder, die die heutige Stadt und die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau zeigen, und damit auch das Spannungsfeld zwischen Geschichte und Gegenwart der Stadt Oświęcim. Für die Teilnehmenden etwas ganz besonderes war die Möglichkeit Nachtaufnahmen in der Gedenkstätte anzufertigen.

In den ersten Tagen des Seminars konnten sich die deutschen und polnischen Jugendlichen intensiv mit der Geschichte ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau auseinandersetzen, sowie die Stadt Oświęcim und ihre (jüdische) Geschichte kennenlernen. In dieser Zeit sollten die Jugendlichen den Ort bewusst wahrnehmen können, deshalb wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht fotografiert.

Nach einem durch Prof. Jacek Witold geleiteten Fotografieworkshop, der auch die künstlerische Leitung des Projektes übernahm, begaben sich die Jugendlichen in die Stadt Oświęcim auf der Suche nach Motiven.

Bevor sie die ersten Aufnahmen in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau anfertigten, konnten sie in einem Treffen mit Pawel Sawicki, der sie auch schon durch die Gedenkstätte geführt hatte, von seinen Erfahrungen und Hinweisen zum Fotografieren in der Gedenkstätte lernen. In den nächsten Tagen entstanden viele beeindruckende Fotografien, wodurch die Auswahl der Bilder für die gemeinsame Ausstellung zur Herausforderung wurde. Am letzten Abend der Seminarwoche konnten die Jugendlichen mit der Ausstellungseröffnung erfolgreich ihre Werke der Öffentlichkeit präsentieren. Während der Ausstellungseröffnung stellten einige der Jugendlichen ihre Werke dem Publikum vor und teilten ihre Reflexionen mit dem Publikum.

An dieser Stelle eine der 27 Fotografien und die Erklärung der Autorin Kinga Zielińska zu ihrem Werk „ Kruchość widzę, kruchość…” / „Ich sehe die Vergänglichkeit, die Vergänglichkeit… ”: Vergänglichkeit, ich sehe Vergänglichkeit.
Das Foto zeigt eine Momentaufnahme. Auf dem Draht aus der Einzäunung im Museum in Birkenau befindet sich ein Faden. Er weht im Wind. Noch eine Weile und der Faden wird weg sein. Der Stacheldraht symbolisiert Schmerz, etwas nicht vergängliches, etwas Dauerhaftes. Der Faden hingegen ist etwas Vergängliches, Flüchtiges. Im Bezug auf die Geschichte der Stadt, in der dieses Foto gemacht wurde, kann man das als Schicksal der Existenzen, die ihr Leben in Birkenau beenden mussten begreifen. Der Draht ist Geschichte, die unveränderbar ist. Das ist geschehen und wird auch in der Zukunft so gewesen sein. Das dürfen wir nicht vergessen.

Die Begegnung wurde vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk im Rahmen des Programms „Wege zur Erinnerung“ und dem Förderverein der IJBS finanziell unterstützt.

Koordynacja projektu: Judith Hoehne-Krawczyk

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