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Aus der Geschichte: Migration und Asyl
DEUTSCH-POLNISCH-UKRAINISCHES SEMINAR FÜR STUDENT_INNEN Migration and Asylum
Termin:
02.03.-06.03.2016, MDSM Oświęcim/Auschwitz
Organisation:
IJBS Oświęcim/Auschwitz, Internationales Forum Burg Liebenzell, Staatliche Universität in Kirowograd
Info:
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Migration and Asylum

Aus der Geschichte lernen: Migration und Asyl

Wie sieht die Situation der Flüchtlinge in Europa und Deutschland heute wirklich aus? Wie sieht eine Flüchtlingsunterkunft aus? Wie sieht ein Asylverfahren aus? Die Teilnehmer_innen des zweiten Teils des Seminars „Aus der Geschichte lernen: Migration und Asyl“ für Studenten aus Deutschland, Polen und der Ukraine fanden die Antworten auf diese Fragen während des Treffens vom 2.-6. März im Internationalen Forum Burg Liebenzell in Deutschland

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Am Anfang des Seminars hatten die Teilnehmer Zeit das Eis zu brechen und eine angenehme Atmosphäre in der Gruppe zu schaffen. Während verschiedener integrativer Spiele amüsierten sich die Teilnehmer_innen nicht nur gut, sondern berichteten auch über ihre Interessen, äußerten ihre Erwartungen und Ängste gegenüber dem Seminar. Sie besprachen auch das Programm des Treffens und passten es an die individuellen Anforderungen an.

Der zweite Tag des Seminars begann mit einem Vortrag zum Thema Migrations- und Asylpolitik in Deutschland. Darüber hinaus wurde auch die heutige gegenwärtige Situation in Zahlen und an Beispielen gesellschaftlicher Reaktionen dargestellt. Die theoretische Einführung in das Thema half den Teilnehmer_innen aus verschiedenen Ländern ihr Wissen zu erweitern und die politischen und rechtlichen Grundprinzipien kennenzulernen. Den Nachmittag verbrachte die Gruppe in Bad Liebenzell. Am Anfang besichtigten die jungen Deutschen, Polen und Ukrainer eine Flüchtlingsunterkunft, wo sie mit eigenen Augen sahen, wie solch ein Ort von innen aussieht. Sie sprachen mit den Bewohner_innen und erfuhren mehr über das Leben dort. „In der Flüchtlingsunterkunft war ich zum ersten Mal. Ich finde es ist wichtig, dies mit eigenen Augen zu sehen und persönlich mit den Menschen, die dort wohnen zu sprechen“ – kommentierte den Besuch eine Teilnehmerin.“ Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt traf sich die Gruppe mit Edris T., einem Flüchtling aus Afghanistan, der seit 2010 in Deutschland lebt und versucht sein Leben vom Neuen aufzubauen. Die Studenten_innen waren sehr von seiner rührenden Geschichte ergriffen. Edris verlor seine Familie, als er nach Deutschland floh und kann bis jetzt keine Spuren seiner Nächsten finden. Wir hoffen alle, dass Edris seine Familie gesund wiederfindet.

Am dritten Tag war ein Besuch in Stuttgart geplant. Die Student_innen hatten die besondere Möglichkeit gehabt eine Gerichtsverhandlung über die Abschiebung einer Romafamilie nach Kosovo beobachten zu können. Während der Verhandlung erweiterten die Teilnehmer_innen ihr Wissen im in Bezug auf Asyl- und Aufenthaltsrecht in Deutschland. Die Teilnehmer kommentierten die Arbeit des Richters in diesen Worten: „Es war sehr interessant mit dem Richter zu sprechen und sein Kommentar zu diesem Anliegen zu hören. Er erschien während der Verhandlung sehr offiziell und distanziert zu sein, so wie es sich für einen Richter eben gehört. Danach zeigte er aber seine menschliche Seite und äußerte seine eigene Stellung zu dieser Sache.“ Der nächste Punkt des Programms war das Treffen mit einer Freiwilligen Katarina L., die in einer von den Flüchtlingsunterkünften in Stuttgart arbeitet. Sie schilderte das Engagement der lokalen Bevölkerung bei der Gestaltung des Alltagslebens der Flüchtlinge. Zu ihren Aktivitäten zählen u.a. Kinderbetreuung, Deutschkurse und die Unterstützung bei den Kontakten mit den Behörden. Die Teilnehmer_innen betonten nachher „das, was diese Menschen machen ist sehr, sehr wichtig”. In der Freizeit besichtigten die Student_innen die Museen, spazierten durch die Stadt und machten viele Fotos.

Am vierten Tag hatten die Teilnehmer_innen Zeit ihr Wissen zu systematisieren und zusammenzufassen. Sie arbeiteten in gemischten Gruppen, in denen sie ihre eigene Vorstellung der Ausführung der Asylpolitik in der Zukunft erarbeiteten. Sie entwarfen Alternativlösungen, wie man die Situation besser machen könnte und präsentierten ihre Vorschläge mit Hilfe von audiovisuellen Mitteln. Die Schlussdiskussion und die Meinungen anderer Teilnehmer_innen halfen die starken und die schwachen Seiten der präsentierten Strategien aufzudecken und ihre Realisierbarkeit zu prüfen. Obwohl es für die Teilnehmer_innen nicht einfach war „die ganze Arbeit der europäischen Politiker-, Experten- und Gutachternteams zu machen” bewältigten sie die Aufgabe hervorragend und betonten, dass „es eine gute Möglichkeit war die vielen neuen Informationen zu systematisieren“. Die Zusammenfassung des Projekts hat zeigt, dass die Erwartungen der jungen Menschen erfüllt wurden. Die Teilnehmer_innen aus Polen, Deutschland und der Ukraine erfuhren viel über die Situation der Flüchtlinge in Deutschland. Sie verbrachten eine interessante Zeit in einer internationalen Gruppe und verbesserten ihre Englischkenntnisse. Am wichtigsten war aber die Möglichkeit neue Perspektiven und Ideen für die Zukunft zu entdecken.

Das Projekt wurde im Rahmen der Zusammenarbeit der Internationalen Jugendbegegnungsstätte mit dem Internationalen Forum Burg Liebenzell realisiert. Das Projekt förderte das Deutsch- Polnische Jugendwerk.

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