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Aus der Geschichte: Hassreden
DEUTSCH-POLNISCH-UKRAINISCHES SEMINAR FÜR STUDENT_INNEN Hassreden
Termin:
06.03.-10.03.2017, Internationales Forum Burg Liebenzell, Deutschland
Organisation:
IJBS Oświęcim/ Auschwitz, Internationales Forum Burg Liebenzell in Bad Liebenzell, Staatliche Pädagogische Universität in Kirovohrad/ Kropivnitski, Ukraine
Info:
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Lernen aus der Geschichte: Hassrede
DEUTSCH-POLNISCH-UKRAINISCHES SEMINAR FÜR STUDENT_INNEN

Vom 6. bis zum 10. März trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Polnisch-Deutsch-Ukrainischen Seminars „Aus der Geschichte lernen: Hassrede” zum zweiten Teil des Projekts, um über das Problem der Hassrede heutzutage, ihrer Funktionsweise im Internet sowie die Möglichkeiten ihr entgegenzuwirken zu sprechen. Es war die Fortsetzung des im November in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte stattgefundenen Seminars, das sich mit Hassrede im historischen Kontext, den Mechanismen sowie den Konsequenzen der Verwendung von Ausdrücken, die Rassenhass, Antisemitismus und andere Formen des auf Intoleranz basierten Hasses verbreiten, propagieren und rechtfertigen, auseinandersetzten.

Das Seminar fand in einer Atmosphäre der Freundschaft, Offenheit, des Respekts gegenüber unterschiedlichen Meinungen und Ansichten sowie der Neugierde und Begierde nach neuem Wissen und Fähigkeiten statt. Genauso, wie es auch die Jugendlichen am Anfang des Seminars in ihren Erwartungen beschrieben haben. Bereits am ersten Tag stürzten wir uns in das Thema der Hassrede in der Öffentlichkeit und diskutierten deren Konsequenzen für Einzelpersonen, sowie für die Gesamtgesellschaft.

Eine großartige Möglichkeit einen Blick auf die Hassrede aus der Perspektive einer Person, die diese fast jeden Tag begegnet, zu werfen, war das Gespräch mit Mahmoud K., einem syrischen Flüchtling, der jetzt in Deutschland lebt und plant dort seinen Master in Politikwissenschaft abzuschließen. Die polnischen, ukrainischen und deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars interessierten sich im Speziellen für Mahmouds Erfahrungen als Flüchtling in verschiedenen europäischen Ländern sowie dafür, wie er Hate Speech gegenüber Flüchtlingen in der Öffentlichkeit – in den Medien, im Internet oder auf der Straße – wahrnimmt.

Nach einer offenen Diskussion über Hass und einem Blick auf die Situation aus der Opferperspektive stieg die Motivation der Jugendlichen Wege zu finden, um Hassrede entgegenzuwirken. Das darauffolgende Treffen mit Malte Born von der Initiative „Laute Europäer“ sollte ein Beispiel geben, wie man in den Sozialen Medien eine Aktion machen kann. Die „Laute Europäer“ versuchen im Internet die Leute über die Europäische Union zu informieren und einen pro-europäischen Narrativ zu schaffen. Auch sie haben oft mit Hassreden in den Kommentaren unter ihren Facebook-Beiträgen zu tun, und diese zu kontern ist nicht immer möglich. Ein Teilnehmer aus der Ukraine merkte dazu an: „Ich bin beeindruckt von der Initiative, vor allem, weil diese durch Studierende entstanden ist und auf Basis ihrer Arbeit und ihrem Engagement funktioniert“.

Den nächsten Tag des Seminars verbrachten wir in Stuttgart, wo wir uns das Haus der Geschichte ansahen und Feldforschung für das Projekt vornahmen. Wir schafften es auch etwas Zeit für Sightseeing, Unterhaltungen und das gemeinsame Entdecken interessanter Ecken der Stadt zu finden. Während des gemeinsamen Abendessens konnten die Teilnehmenden regionale Küche kosten und ihre Eindrücke nach einem intensiven Tag austauschen.

Unsere weitere Arbeit mit dem Thema des Seminars setzen wir mit einer Simulation fort, wo wir Hassreden online in den Kommentaren auf Facebook entgegentraten. Diese Simulation half den Jugendlichen nicht nur ihre Argumentations- und Diskussionsfähigkeiten auszuprobieren, aber auch zu merken, wie Stereotypen und Elemente der Hassrede sogar in den Kommentaren gegen Hate Speech selbst auftreten können. Wir besprachen auch das sogenannte „Trolling“ und die Situationen, in denen die beste Strategie ist den Kommentar zu ignorieren und zur Überprüfung zu melden, anstatt aktiv Stellung zu nehmen.

Nach den Treffen, Diskussionen, Workshops und Simulationen haben die Teilnehmenden im Open Space Format gearbeitet, um die Ideen für das Entgegentreten gegenüber Hassrede im Internet zu sammeln. Ausgearbeitet wurden dabei fünf Initiativen, die in kurzer Zeit im Internet präsentiert werden: ein Gedicht über Hate Speech verfasst in Englisch, Polnisch, Deutsch, Ukrainisch, Französisch, Spanisch und Russisch, eine Prezi-Präsentation über Hassrede gegenüber LGBT-Personen, einen Comic über Hate Speech gegenüber Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, einen Flashmob gegen Hassrede unter dem Hashtag #nohatespeechchallenge, und ein Blog „No Hate“, auf welchem man Informationen über das Projekt, Hassrede sowie verschiedenen Initiativen gegen Hassrede in allen Bereichen des öffentlichen Lebens finden kann.

Der zweite Teil des Projekts ist beendet, aber nicht die Aktivitäten gegenüber Hassreden. Die Jugendlichen aus Polen, der Ukraine und Deutschland, die am Seminar teilgenommen haben, wollen weiterhin gegen Hate Speech aktiv sein und laden alle ein, unserer #nohatespeechchallenge Familie beizutreten.

Das Projekt wird von den Mitteln des Deutsch-Polnischen Jugendwerks, der Stiftung “Verein zur Förderung der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Oświęcim/Auschwitz, Wolfsburg e.V.” und der Gustav-Adolf-Gedat-Stiftung gefördert.

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Nataliia Tkachenko, MDSM

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