LICHT IN DER DUNKELHEIT

DEUTSCH-POLNISCH-UKRAINISCHER THEATERWORKSHOP FÜR JUGENDLICHE

Wie beeinflusst die Geschichte die Beziehungen zwischen Völkern? Wie erinnern wir uns an Auschwitz und den Holocaust in unserem Land? Kann diese Geschichte sich wiederholen und was können wir dagegen tun? Welche Rolle hat Kunst darin? Im Rahmen des deutsch-polnisch-ukrainisches Projekts werden wir es versuchen, diese Fragen zu beantworten.

Termin:
22.07.-29.07.2017, IJBS Oświęcim/Auschwitz
5.-10.11.2017 r. Wolfsburg, Deutschland
Organisation:
IJBS Oświęcim/Auschwitz, Schülerverband „Jocker“ bei der Schule Nr 1 in Oświęcim, Tanzendes Theater Wolfsburg, „Prolisok“ Kirovohrad/ Kropivnitski, Ukraine
Info:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Internationales Tanztheater „Licht in der Dunkelheit“

Der Sommer ist die Zeit für sonniges Wetter, gute Laune, Reisen, um neue Bekanntschaften zu knüpfen und um neue Erfahrungen zu sammeln. All dies konnte man definitiv im internationalem Projekt „ Licht in der Dunkelheit“, welches vom 22.-29. Juli 2017 in der IJBS stattfand, finden. Das Projekt war eine Kooperation zwischen der IJBS, dem Tanzenden Theater e.V. Wolfsburg, dem Sportclub „Jocker“ des Komplexes der Sekundarschulen Nr. 1 in Oświęcim und dem Internat und Tanzschule „Prolisok“ aus Kropyvntskyi in der Ukraine.

„Licht in der Dunkelheit“ ist ein Versuch Auschwitz-Birkenau nicht nur als Gedenkstätte aus der martyrologischen Perspektive zu betrachten, sondern als Ausgangspunkt für eine Diskussion über die Mechanismen der Diskriminierung und über Menschenrechte und ihren Schutz in der modernen Welt. Es ist ebenfalls ein Projekt bei dem Kunst uns näher an die Realität und persönlichen Schicksale der Lagerinsassen bringt, sowie als Mittel zum nonverbalen Verständnis von Gedankengängen zu diesem Thema.

Die Jugendlichen aus der Ukraine, Deutschland und Polen trafen sich in der IJBS um neue Kontakte und internationale Freundschaften zu knüpfen, ihre Fremdsprachen zu verbessern, sowie mehr über historische und zeitgenössische Fakten zu lernen, wie z.B. über den 2. Weltkrieg, den Holocaust oder die Entwicklung der Menschenrechte in Europa. Während ihres Besuches in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und den thematischen Workshops hatten die Teilnehmer die oben genannten Themen aus verschiedenen, nationalen Perspektiven zu betrachten und mehr über gewisse Themenbereiche zu erfahren die man auf den ersten Blick schon als bekannt empfand. Ein Teilnehmer aus Oświęcim sagte: Dies war schon mein dritter Besuch in der Gedenkstätte und ich war der festen Überzeugung dass ich hier nix neues mehr lernen würde. Jedoch habe ich viele neue interessante Sachen gelernt von denen ich früher nie etwas gehört hatte. Ich dachte dies wär unmöglich.Die Workshops über die Verletzung der Menschenrechte und soziale Diskriminierung, zeigten den Teilnehmern wie komplex und vielschichtig dieses Thema ist und wie schwer es ist effektive Lösungen zu finden.

Ein wichtiger Teil des Projekts, auf den sich die Teilnehmer sehr freuten, war der Tanztheater-Workshop der von Ana Claudia Ronzani vom Tanzenden Theater Wolfsburg e.V. geleitet wurde. Während der Bewegungsübungen konnten sich die jungen Menschen untereinander kennenlernen sowie leichter Kontakte knüpfen. Ein Teilnehmer aus Deutschland betonte: „Während unserer Proben habe ich gelernt wie viele Sachen man auch einfach mit Bewegungen zum Ausdruck bringen kann, ganz ohne Worte zu nutzen.“

Die Krönung des Projekts war die Performance des Tanztheaters zu der Bewohner der Stadt sowie Gäste der IJBS kamen. In ihrer Performance behandelten die junge Künstler Themen wie Auschwitz und individuelle Schicksale von Häftlingen, die Entmenschlichung und die Rettung seiner Seele unter unmenschlichen Bedingungen, die Rolle des Einzelnen und der Masse hinsichtlich Propaganda, die Rollen der Täter und Opfer und Zivilcourage in Angesicht von Gewalt und Diskriminierung. Die Tanz- und Theaterelemente wurden mit Fotografien und Musikstücken der Teilnehmer untermalt.

Hartwig Erb, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Wolfsburg- einer der Sponsoren des Projekts, betonte in seiner Rede die Rolle der Jugend als Botschafter der Verständigung und lud die jungen Künstler ein ihre Performance „Licht in der Dunkelheit“ während der jährlichen AntiFa-Woche aufzuführen, die im November in Wolfsburg stattfindet.

Eine Woche intensiver Arbeit, die trotz allem mit viel Spaß verbunden war, ist zu Ende gegangen. Die Jugendlichen sind nach Hause gefahren um sich zum zweiten Teil des Projekts im Herbst wiederzutreffen, dieses Mal in Deutschland.

Das Projekt wird finanziell unterstützt durch die IG Metall Wolfsburg und durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk im Rahmen des Programms „Wege zur Erinnerung“.

wspierający logo

Autor: Nataliia Tkachenko, MDSM

Foto: N. Tkachenko, I. Nikolayenko, MDSM

Hotel Services

Zur Verfügung unserer Gäste stehen drei großzügig angelegte Wohnpavillons mit 100 Übernachtungsplätzen in Zwei-, Drei-, Vier- und Fünfbettzimmern.

Mehr