MENSCHENRECHTE GESTERN

– MENSCHENRECHTE HEUTE
DEUTSCH-POLNISCHE JUGENDBEGEGNUNG
Termin:
1. Teil: 11.04.-15. 04. 2018, IJBS Oświęcim/Auschwitz
2. Teil: 21.10.-28.10.2018, Bad Liebenzell/Deutschland
Organisation:
IJBS Oświęcim/Auschwitz, Internationales Forum Burg Liebenzell/ Deutschland
Koordination:
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Deutsch-polnischer Jugendaustausch „Menschenrechte gestern – Menschenrechte heute: Fair arbeiten”
11.04.-15.04.2018 IJBS, Oświęcim

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Vom 11. bis zum 15. April nahmen Jugendliche aus Polen und Deutschland an dem deutsch-polnischen Austauschseminar „Menschenrechte gestern – Menschenrechte heute” teil. Zum Schwerpunkt der diesjährigen Begegnung wurde „Fair arbeiten” ausgewählt – es geht um die Definition und Genese des Rechtes auf Arbeit. Das Seminar in Oświęcim wurde der Frage der Zwangsarbeit im Dritten Reich gewidmet, mit besonderem Augenmerk auf die Zeit des Zweiten Weltkrieges und die Arbeit der Häftlinge im deutschen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Die Projektarbeit begann mit einer Kennenlernrunde. Im Rahmen der Integrationsspiele konnten die Teilnehmerinnen viel Spaß haben sowie neue Kontakte knüpfen, mehr über das Leben und die Interessen der Anderen erfahren und ein Paar nützliche Wörter auf Polnisch und Deutsch lernen. Anschließend wurden die Erwartungen besprochen – unter anderem, wurden neue Freundschaften, Vertiefung des Wissens über Menschenrechte in der historischen beziehungsweise gegenwärtigen Perspektive und gemeinsame Freizeitaktivitäten genannt.

Im Mittelpunkt des Seminars stand die Arbeit mit dem Thema der Zwangsarbeit im Dritten Reich. Zuerst erfuhren die Teilnehmer*innen im Rahmen der thematischen Workshops mehr über verschiedene Formen der Zwangsarbeit, sowie über die Arbeit der Häftlinge in Auschwitz. Die Text- und Dokumentenanalyse wurde durch sog. Spurensuche ergänzt – auf dem Gelände der ehemaligen Außenlager des KL Auschwitz in Bobrek, Budy, Monowice und Brzeszcze. Im weiteren Verlauf der Arbeit besuchten die Jugendlichen die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, wo sie mehr über das System und das Funktionieren des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers lernen konnten. Der nächste thematische Programmpunkt war ein Besuch auf dem Gelände des ehemaligen Ghettos in Krakau und des ehemaligen Arbeitslager Plaszow.

Ein wichtiges Element solcher Projekten ist es, die Projektteilnehmer*innen beim Erwerb der neuen Kenntnisse zu unterstützen und sie zur Reflektion über die Bedeutung dieses Wissens in ihrem Alltag zu bringen. Deswegen schlugen wir den Jugendlichen vor, digitale Gedankenkarten über die Thematik des Seminars anzufertigen. Im Endeffekt entstanden so 4 Gedankenkarten, die verschiedene Formen der Zwangsarbeit darstellen. Die Gruppen stellten die Ergebnisse ihrer Arbeit am letzten Tag des Projekts vor. Außerdem, diskutierten sie kurz über ihre Eindrücke und Reflexionen in Bezug auf das Programm und sprachen ihre Erwartungen für den zweiten Teil des Projektes, welcher im Oktober in Bad Liebenzell stattfinden wird, aus.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Forum Burg Liebenzell in Bad Liebenzell (Deutschland) realisiert und durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk sowie die Stiftung „The Memorial Foundation for the Victims of Auschwitz-Birkenau“ finanziert.

N. Tkachenko, Bildungsreferentin der IJBS und Koordinatorin des Projektes.

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„Menschenrechte gestern und heute: fair arbeiten”
Deutsch-Polnischer Jugendaustausch

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Vom 21. bis zum 28. Oktober fand im Internationalen Forum Burg Liebenzell in Bad Liebenzell der zweite Teil des deutsch-polnischen Jugendaustausches „Menschenrechte gestern und heute: fair arbeiten” statt. Das Thema der Begegnung war die Arbeit in der heutigen Welt: Was ist faire Arbeit und wie kann man sein oder ihr Recht auf faire Arbeit ausüben.

Das Seminar fing mit Gesprächen über die Traumarbeit an. Zuerst überlegten sich die Teilnehmer*innen, welche Tätigkeiten ihnen am meisten Freude bereiten und womit sie sich langfristig im Leben beschäftigen wollen. Anschließend versuchten die Jugendlichen ihre Vorstellungen mit der Wirklichkeit zu konfrontieren: Ist es möglich, mit dieser Beschäftigung seinen oder ihren Lebensunterhalt zu verdienen? Gibt es in den gewählten Berufen irgendwelche versteckte Nachteile? Im weiteren Verlauf des Seminars war ein wichtiger Punkt der Diskussionen die faire Arbeit. Die Jugendlichen aus Polen und Deutschland hatten die Möglichkeit, über die Definition der Arbeit sowie der damit verbundenen positiven und negativen Erscheinungen zu sprechen. Man kann festhalten, dass die wichtigsten Aspekte für die Jugendlichen die Entwicklungsmöglichkeiten, faire Belohnung und die Gewährleistung der Sicherheit am Arbeitsplatz sind.

Die theoretischen Diskussionen versuchten wir mit der praktischen „Feldarbeit” zu verbinden – wie beispielsweise beim Besuch des Rathauses in Bad Liebenzell. Während des Treffens mit den Vertretern der Stadtverwaltung erfuhren die Teilnehmer*innen mehr über die Vor- und Nachteile der Arbeit im öffentlichen Sektor. Trotz allen Anscheins gibt es viele Ähnlichkeiten zwischen der Anstellung im öffentlichen Sektor in Polen und in Deutschland. Über die Arbeit im Privatsektor konnten die Teilnehmer*innen mehr beim Besuch der lokalen Konditorei erfahren, als die Besitzerin über das Funktionieren des mittelständischen Unternehmens sowie über die Arbeitsbedingungen in der Konditorei erzählte.

Ein wichtiges Element der Diskussion über faire Arbeit war die Frage des Rechtsschutzes in der Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Deswegen besuchten wir auch den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), wo wir im Rahmen des Workshops unsere Gedanken über das Leben eines Arbeiters in Deutschland sowie seine/ ihre Einflussmöglichkeiten auf die Situation am Arbeitsplatz austauschten. In Deutschland spielen in diesem Zusammenhang die Gewerkschaften eine wichtige Rolle, die die Beschäftigten der jeweiligen Branchen vereinigen und sie durch Beratung oder Verhandlung mit den Arbeitgebern über die Arbeitsbedingungen unterstützen. Während des Workshops hatten die Teilnehmer*innen die Gelegenheit, auf die Arbeitsbedingungen aus der Sicht eines Arbeitsgebers sowie eines Arbeitnehmers zu schauen und mehr über die Anstellung von jungen Erwachsenen zu erfahren.

Nachdem die Teilnehmer*innen so zahlreiche und vielfältige Impulse gesammelt haben, überarbeiteten sie ihre Reflexionen im Rahmen eines Theater- und Medienworkshops. Das Endresultat des ersten Workshops war ein Theaterstück über unterschiedliche Problemsituationen, denen man am Arbeitsplatz begegnen kann. Der Zweite hatte eine Reihe von Simpleshow-Kurzfilmen zum Ergebnis.

Das Projekt wurde vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk unterstützt.

N. Tkachenko, Bildungsreferentin der IJBS

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