Biennale des Plakates

„Entfremdung”

in Nürnberg
„Entfremdung” in Nürnberg

Am 13. September 2015 wurde im Schloss Almoshof die Ausstellung der Werke von Paweł Warchoł und Bela Farago „Entfremdung / Wyobcowanie” eröffnet – ein gemeinsames Vorhaben der Stadt Nürnberg, der Galerie Destillarta aus Buchschwabach, der Internationalen Jugendbegegnungsstätte und der Stiftung Judaica Zentrum für Jüdische Kultur aus Krakau.

Beide Künstler haben ihre Werke als eigenen Kommentar zur Problematik der Entfremdung präsentiert. Die symbolischen, großformatigen Bilder und Porträts von Bela Farago wurden mit Tuschzeichnungen aus den Reihen „Warchoły” und „Leichentücher” zusammengestellt. Die Konfrontation brachte hervorragende Effekte. Der IJBS-Direktor Leszek Szuster gab einen Kommentar zur Ausstellung im Kontext der Entfremdungsproblematik ab und der Miteigentümer der Galerie Destilarta Martin Kreß trug im Namen von Joachim Russek, dem Direktor des Zentrums für Jüdische Kultur, die Laudatio vor: Die heutige Zivilisation mag keine wahren Gesichter. Leute müssen schön sein. Der Kult der universalen „Schönheit” wurde zu einem riesigen Business, Medizin und Pharmaindustrie sind eine der wichtigsten Säulen der Weltwirtschaft. Kosmetika, Krafträume und Fitnessstudios formen unsere Körper, immer häufiger echt karikaturistisch – schrieb Joachim Russek. – Wenn die Pharmaindustrie und die plastische Chirurgie nicht helfen, werden sie massenhaft in digitalen Fotoateliers überarbeitet. Ein normaler, insbesondere reifer bzw. älterer Mensch, nicht unbedingt mit Missbildungen, sondern mit der „Alltäglichkeit” seines Aussehens, fühlt sich langsam abgelehnt. In den Medien gibt es ja keine solchen Gesichter. Es gibt entweder „künstlich schöne“ oder müde bzw. grausame, vor dem Hintergrund des Krieges und Hungers überspitzt dargestellte Gesichter.

Die Botschaft der Ausstellung wurde besonders aktuell im Lichte der derzeitigen Ereignisse und Konflikte im Zusammenhang mit der Situation der Flüchtlinge. Bei mehr als 80 Veranstaltungsteilnehmern fanden nicht nur die Werke der Künstler, sondern auch das Konzert der afrikanischen Musik und der afrikanischen Tänze von Tomas Ondrusek und Joseline Amutuhaire aus Uganda eine große Anerkennung.

Die Organisation der Ausstellung, ebenso wie die vorjährige Präsentation der Erzählung von Zofia Posmysz „Christus von Auschwitz”, war dank der Unterstützung der Stadt Nürnberg und der Freundlichkeit von Silvie Preußer – der stellvertretenden Leiterin des Amtes für Internationale Beziehungen möglich.

Fot. Destillarta

Bela Farago – geb. 1958, Absolvent der Kunstakademien in Nürnberg und Karlsruhe, Schüler von Georg Baselitz. Seit 1987 ist er als Konservator von Kunstwerken tätig, er beschäftigt sich auch mit Zeichnung und Malerei.

Paweł Warchoł – geb. 1958, Absolvent der Kunstakademie, Grafische Fakultät in Kattowitz (Diplom in den Bereichen Buchgrafik sowie Malerei und Zeichnung), 2011 wurde er an der Kunstakademie Kattowitz zum Doktor promoviert. Er beschäftigt sich mit Zeichnung, Malerei, Verlagsgrafik, Plakatkunst und Fotografik. Die Arbeiten des Oświęcimer Künstlers wurden in mehr als 460 Gruppenausstellungen präsentiert; er hatte mehr als 50 Einzelausstellungen und ist Träger von zahlreichen Preisen in den renommiertesten Zeichnungswettbewerben in Polen und im Ausland.

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