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Kazimierz Smoleń gestorben

Letzte Worte an die Begegnungsstätte
Kazimierz Smoleń

Am 27. Januar, dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, ist Kazimierz Smoleń - ehemaliger Häftling des KL Auschwitz und langjähriger Direktor des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau - in Oświęcim im Alter von 91 Jahren gestorben.

Kazimierz Smoleń wurde am 19. April 1920 in Chorzów geboren. Wegen konspirativer Tätigkeiten wurde er mit einen der ersten Transporte polnischer Häftlinge ins Lager eingeliefert. Er erhielt die Nummer 1327. Später wurde er ins Lager Mauthausen verlegt. Nach dem Krieg studierte er Jura an der Katholischen Universität Lublin und arbeitete mehrere Jahre für die Hauptkommission für die Erforschung nationalsozialistischer Verbrechen in Polen. Er trat in vielen Prozessen gegen NS-Verbrecher als Zeuge auf, u.a. in Nürnberg und Frankfurt am Main.

In den Jahren 1955-1990 war er Direktor des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau sowie langjähriger Generalsekretär und Vizevorsitzender des Internationalen Auschwitzkomitees. Nach seiner Pensionierung begann er, sich regelmäßig mit Jugendlichen in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim zu treffen. Unermüdlich erzählte er immer und immer wieder seine bewegende Geschichte.

Am 9. Dezember letzten Jahres sagte er während der Feierlichkeiten anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der IJBS:

Jeder von uns hat zu Hause sein kleines privates Archiv. Manchmal, wenn ich Fotos von vor fünfzig oder sechzig Jahren ansehe, sehe ich auf ihnen kleine Kinder. Sie sitzen auf Bänken. Sie reden, haben die Hände gefaltet wie ältere Leute und ernsthafte Gesichter wie Helden, aber es sind doch kleine Kinder, erste Klasse Grundschule. Und ich sehe mich selbst dort. Wir schauen weiter zurück, mit Hilfe verschiedener anderer Archive, suchen Notizen über unsere Eltern. Es ist eine mühevolle Arbeit, ähnlich der Arbeit von Archäologen. Wir suchen Spuren unserer Vorfahren, die vor hunderttausenden von Jahren gelebt haben. Wir untersuchen Steine mit Inschriften und Zeichen. Weil wir wissen wollen, wie das alles einmal ausgesehen hat.

Bei unseren Begegnungen und Gesprächen suchen wir auch Spuren. Mit dem Unterschied, dass unsere Suche nicht tausend Jahre zurückreicht. Wir suchen Spuren von gestern. Wir suchen in der Asche unsere toten Eltern, Schwestern und Brüder, Freunden und Freundinnen. Ich sehe sie vor mir, wie ich sie in Erinnerung habe, als sie noch lebten und als sie hier starben. Diese Suche bedarf oft großer psychischer Kraft, sie ist nicht einfach. Natürlich, jeder von uns weiß, dass wir während der Gesprächen mit den Menschen, die hierherkommen, - besonders mit Jugendlichen – Elemente suchen, die ans Herz gehen. Wir überlegen uns danach, ob unsere Worte sie erreicht haben, ob sie verstanden wurden.

(…) Es ist schwer zu beschreiben. Aber wir möchten wenigstens einer Sache sicher sein: dass das, was wir erzählt haben, vom Verstand ins Herz gelangt ist. Das ist uns sehr wichtig.

Wir denken auch darüber nach, wie die Zukunft aussieht und ob unsere Geschichten – häufig schwierig und schicksalsschwer –zu etwas Positivem beigetragen haben. Wir glauben fest daran, dass unsere Gespräche sinnvoll waren, dass die jungen Menschen uns verstanden haben. Und das ist für uns sehr tröstlich.

Es war für uns eine große Ehre und ein Geschenk des Schicksals, dass wir ihm so viele Jahre zuhören durften.

Vorstand, Geschäftsführung und Mitarbeiter der IJBS

Neumann Fonds

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XII Edition des Wettbewerbs
"Ein Stipendium für die Begabtesten"

Einsendeschluss: 15.06.2012

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