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„Menschenrechte beginnen mit den Rechten der Kinder und Jugendlichen“
Projekt für Jugendliche der Oświęcimer Oberschulen im Rahmen des Förderprogramms für Menschenrechtsbildung durch historisches Lernen der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft „Menschen Rechte Bilden“
Aufgrund der Beobachtungen und Gutachten bezüglich der Verwirklichung der Kinderrechtskonvention in Polen wird hervorgehoben, dass das Bewusstsein sowie der Informationsstand der Personengruppen, die mit oder für Kinder und Jugendliche arbeiten, der Kinder und Jugendlichen selbst, sowie der Eltern und der öffentlichen Meinung nicht ausreichend ist. Das UN Komitee für Kinderrechte empfiehlt, dass Eltern, LehrerInnen, Beamte und VertreterInnen der Regierungsadministration, der Justiz sowie der Römisch-Katholischen Kirche einen breiteren Zugang zu Bildungsmaterialien bezüglich der Rechte und Freiheiten von Kindern und Jugendlichen haben sollten - mit besonderer Berücksichtigung ihrer Meinung und ihrer aktiven Partizipation (Recht auf Bildung).
Auch der Artikel der Nichtdiskriminierung wird nicht ausreichend verwirklicht, vor allem im Falle besonders gefährdeter Kinder- und Jugendgruppen (Sozialer und ökonomischer Status, Behinderung sowie Minderheitenzugehörigkeit).
Ein weiterer Bereich, auf den das Komitee aufmerksam macht, ist die schlechte Behandlung von Kindern bis hin zur Gewaltanwendung im häuslichen, schulischen und institutionellen Raum. Notwendig sind ein System der Annahme, Kontrolle und Untersuchung von Beschwerden sowie ein absolutes Verbot von körperlichen Strafen zu Hause, in der Schule und in anderen Einrichtungen (Recht auf körperliche Unversehrtheit). Durch problemorientiere Arbeit anhand historischer und gegenwärtiger Beispiele von Verletzungen der Kinder- und Jugendrechte werden den TeilnehmerInnen des Projektes abstrakte Begriffe und Wertevorstellungen näher gebracht, die als normative Rechte im Dokument der Kinderrechtskonvention zu finden sind. Die allgemeine Zielsetzung ist dabei, die TeilnehmerInnen für die Unversehrtheit der Menschenrechte und der Rechte der Kinder und Jugendlichen zu sensibilisieren, zum toleranten, demokratischen, antiautoritären Zusammenleben zu erziehen und auf die normativen Instrumente der Rechte, die ihnen zustehen, aufmerksam zu machen, sowie kritisches Denken und Handlungsfähigkeiten zu entwickeln und dazu zu ermutigen, eigene Initiativen - vor allem auf lokaler Ebene -selbständig wahrzunehmen.
Das Projekt ist als Zyklus der innerhalb eines Jahres realisierten Module konzipiert: Im 1. und 2. Modul wird versucht, im Rahmen des exemplarischen historischen Lernens Verständnis und Empathie für die Situation der Kinder und Jugendlichen in der Zeit des Nationalsozialismus und des Holocaust anhand von Zeugnissen jüdischer Kinder und ihrer Schicksale, die 1944-1948 protokolliert wurden, zu entwickeln. Im 3. Modul wird versucht, die TeilnehmerInnen in die Grundbegriffe der Menschenrechte und der Rechte der Kinder und Jugendlichen, sowie in die normativen Instrumente zu ihrem Schutz einzuführen. Unser Hauptaugenmerk gilt vor allem der Beziehung von Individuum und Staat. Weiter soll die Situation in der Schule und insbesondere innerhalb des Klassenverbands bewertet werden (Spezifik der Beziehung von SchülerInnen und LehrerInnen). Die Auseinandersetzung stützt sich hier auf drei Grundbegriffe: Rechte (unveränderbar), Regeln (veränderbar), Gegebenheiten. Im Modul 4 versuchen wir durch die Fallarbeit anhand der von den TeilnehmerInnen vorgeschlagenen Beispiele auf das Recht auf Bildung, den Artikel der Nichtdiskriminierung, das Recht auf körperliche Unversehrtheit und ihre Verletzungen einzugehen. Dafür wird eine aktive Form gewählt, die bei den TeilnehmerInnen Offenheit, Kreativität sowie kritisches Denken und Handeln im Umgang mit unterschiedlichen Konfliktsituationen fördern soll: Theater der Unterdrückten - Theatre of the Oppressed.
Die SeminarteilnehmerInnen bekommen zum Abschluss des Projektes ein Zertifikat.
Termine:
März 2010 – 3-tägiger Workshop in der IJBS Oświęcim/Auschwitz (Modul 1) Mai 2010 – 3-tägiger Workshop in der IJBS Oświęcim/Auschwitz (Modul 2) September 2010 – 3-tägiger Workshop in der IJBS Oświęcim/Auschwitz (Modul 3) November 2010 – 7-tägiger Workshop in der IJBS Oświęcim/Auschwitz (Modul 4) Dezember 2010 – Abschluss der ersten Edition des Projektes, „Runder Tisch” mit TeilnehmerInnen, LehrerInnen und eingeladenen Experten
Fotogalerie - Modul 1
Fotogalerie - Modul 2
Organisation:
IJBS Oświęcim/Auschwitz;
Jüdisches Historisches Institut, Warschau;
Helsinki Foundation for Human Rights, Warschau;
Trainerinnen des Theaters der Unterdrückten - Theatre of the Oppressed,
Verein „Pro Humanum“ Warschau;
Jüdisches Zentrum, Oświęcim
Info: Elżbieta Pasternak,
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